August 20, 2022

von Lourdes nach Saint Jean-Pied-de-Port

Samstag, den 20. August 2022

Es war noch dunkel als ich aus Lourdes herausfuhr, vorbei an einem Campingplatz der mit Pilgern überfüllt war. Es wirkte auf mich wie ein notdürftiges Flüchtlingslager – keine Urlauberidylle, sondern ein runtergekommenes Lager. Mein Weg führte zunächst durch einen Wald am Fluß entlang und es war finster, feucht und kühl, aber mit dem Erscheinen der Sonne war dieser ungemütliche Abschnitt vorbei und es begann wieder ein freundlicher Radeltag. Passend kam mir in der ersten kleineren Ortschaft eine kleine Bäckerei. Kaffee, Brot und Kuchen – alles was man für einen gelungenen Tagesstart braucht.

Die letzten Tage hatten, von einigen schwierigen Anstiegen und rumpeligen Passagen abgesehen, beinahe die Leichtigkeit einer Radreise. An den Nerven zerrten lediglich noch die Wegstrecken, die an harten, steinigen Äckern entlangführten, aber ich wusste, ich würde morgen im Ziel sein.

über Abwechslung konnte ich mich wirklich nicht beklagen – die Landschaft, herrlich !

Ein kleiner Engpass in meiner Wasserversorgung, war das einzige Problemchen an diesem Tag. Ich erinnere mich, dass es wiederum sehr heiß war und auch nicht wenig anstrengend, aber es lief gut und zum Mittag fand ich wiederum passend eine gute Gelegenheit für eine Pause.

Der Track folgte, am Rande der Pyrenäen, in weiten Teilen dem französischem Jakobsweg, schön für Wanderer, mäßig angenehm für Radfahrer. Ich blieb guter Dinge und erreichte am späten Abend St. Jean-Pied-de-Port. Ich hatte es nicht erwartet auf so ein schmuckes Örtchen zu treffen. Es schien ein richtiger Touristenmagnet, zudem war es Samstag und ich konnte mich an einem bunten Treiben erfreuen.

Ich hatte einen Mordshunger und war glücklich beim zweiten Anlauf in einem Bistro noch etwas zu Essen zu bekommen. Der freundliche Angestellte erkannte meine Not und gab sich Mühe, mir ein Plätzchen zum Wohlfühlen zuzuweisen. Das tat ich auch, genoß Bier, Burger, Pommes und die Hälfte einer Pizza, packte mir die zweite Hälfte für’s Frühstück ein und machte mich dann auf zum Dorfcampingplatz. Auch hier lebendiges, aber ruhiges Treiben. Es war immer noch herrlich arm und ich bereitete mein Lager nahe dem Waschhaus, freute mich über eine Dusche und eine letzte Übernachtung unter freiem Himmel. Morgen würde Elke in Mendionde auf mich warten. Ein schöner Abschluss – ich bin satt, sauber und selig eingeschlafen.

der erste Versuch, die Küche hatte bereits geschlossen, aber ein Lokal weiter bekam ich noch etwas