August 14, 2021

2021-08 an die Loire nach Roanne

Ich machte mich weiter auf den Weg nach Süden und löste mich langsam vom French Divide. Mit jedem Kilometer wurde es mir klarer, daß das Alles ein Irrweg war, den ich mit viel Eifer und Aufwand begangen habe. Meine Erwartungen an diese Tour waren völlig andere. Ich hatte eine anstrengende, aber abwechslungsreiche Fahrt im Sinn, bei der auch etwas Zeit für Land, Mitstreiter und Einheimische bleibt. Bis auf kurze Momente muß man aber, will man im vorgegebenen Zeitraum ankommen, wie ein gehetztes Tier durch die Lande streifen – immer auf der Suche nach Nahrung um die kommenden Anstiege und Schlammlöcher zu bezwingen.

Ich lag gut im der Zeit und hätte das zwei Wochen lang durchgehalten und wer weiss – vielleicht hätte ich mir in der Rolle des Tourbezwingers auch so gut gefallen, daß ich mich gleich für die Hatz durch das nächste Land angemeldet hätte, um auch dort das Schöne für ein bisschen Sportlerstolz herzugeben. Ebenfalls mit jedem Kilometer lache ich wieder einmal lauter über mich selbst.

Auf den Weg nach Roanne an der Loire begegnet mir ein letztes Mal Arno, ein Teilnehmer, der gehetzt wirkt, sich von mir ein Kabel leiht um seine Smartphone zu laden und über Knieprobleme klagt. Er liegt hinter dem Zeitplan und wird es nicht schaffen. Es tut mir leid und ich habe Zeit und verbummel zwei Stunden in diesem Kaffee. Ein anderer Ex-Teilnehmer gesellt sich dazu. Er musste wegen eines Defektes seiner Hochleistungs-Getriebenabe aufgeben.

Nach einem weiteren bummeligen Tag und mässigen Mittelgebirgsanstiegen nehme ich mir in Roanne ein Hotel. Mein Plan: Einkaufen, Wäsche machen, Ausschlafen und die Frühstückszeit am kommenden Morgen bis zum Limit ausnutzen.

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