August 23, 2021

2021-08 über das Stilfserjoch nach Naturns

Vor der Fahrt hinauf zum Stilfser Joch hatte ich Respekt, nicht allein wegen seiner Höhe von über 2700 Metern, sondern vielmehr wegen der Temperaturen, die auch zur Zeit meiner voraussichtlichen Ankunft 5 Grad nicht übersteigen sollen.

Meine Bedenken waren unbergründet. Die Sonne schien und unter ihrem wärmenden Einfluss war die gefühlte Temperatur deutlich höher als die tatsächlich Lufttemperatur. Auch nach Bormio war die Fahrt den Pass hinauf sehr angenehm und der Aufstieg fiel mir leicht. In Atemnot kam ich nur ein einziges Mal, als Elke die mit dem Fiorino vorausfuhr, mir kurz vor Schluss und gutgemeint einen Eisweißriegel zur Stärkung zukommen ließ. Das zähe Zeug, während der Fahrt genossen, wollte nicht durch den Hals gehen und so machte ich gegen Ende noch die Erfahrung, wie wertvoll freie Atemwege bei sportlichen Betätigungen sind. Ich habe überlebt.

Am Pass angekommen erwartete uns ein jahrmarktähnliches Treiben, das wir in der Sonne bei Bier (nur ich) und Wurstsemmeln genossen. Bei dieser Gelegenheit schloss ich auch mit dem eigentlichen Anlass dieser Reise ab.

Am Gedenkstein der italienischen Radsportlegende Fausto Coppi legte ich die Insignien der „cool gang of french divide riders“ nieder. Es war eine wertvolle Erfahrung, aber die Veranstaltung entsprach nicht meiner Vorstellung von Freude am Radfahren. Hier nochmals Dank für die Disqualifikation. Ich war davon ausgegangen das Bikepacking etwas mit individueller Freiheit zu tun hat und nicht mit Regeln und Gesetzen. Ich habe mir wie immer die „Packungsbeilage“ nicht durchgelesen.

Damit war diese Episode zu einem Ende und ich kehre in die „uncool group“ der frei nach Schnauze fahrenden kleinen Radabenteurern zurück. Zur „Coolness“ hat es bei mir noch nie gelangt und war Sie war für mich auch nie erstrebenswert. Ich werde auch in Zukunft einen großen Bogen darum machen und mich umso mehr an den „uncool friendly people“ erfreuen.

Passend gekleidet war die Abfahrt weniger eisig als erwartet und das geliebte Vinschgau schnell erreicht. Ein starker Rückenwind gab mir das Gefühl, auf den wohlbekannten Wegen mit einem einem offenen eBike unterwegs zu sein.

Ab Naturns ließ ich mich von Elke mitnehmen und wir kümmerten uns um einen Campingplatz. Wie erwartet war es nicht leicht zu dieser Zeit auch nur einen kleinen Zeltplatz zu bekommen, denn es wir sind zur Hochzeit aller europäischen Ferien hier. Nach ein paar Absagen fanden wir einen kleinen Platz in Nals mit dem wir zufrieden waren. Die Zeltwiese war zwar eine sehr schiefe Ebene, aber für eine Nacht sollte es gehen.

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